Zentrale Schulbibliothek des BG/BRG Freistadt
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zum vektor bibliothek im schulradio radius 106,6.

zu beginn drei bibliothekssplitter :
1. hölderlins mutter schreibt das wort bibliothekar in einem brief (es gab
einmal ein zeitalter der briefe) so - BIBLEODECAR.
2. in der verfilmung des ersten bandes von harry potter macht sich der held
auf die suche nach informationen über nicolas flamel, den entdecker des
steins der weisen. und in der verbotenen abteilung dieser bibliothek stößt
harry auf gar wunderliche dinge wie etwa ein schreiendes buch. das
gespenstisch erhabene nächtliche bibliotheksambiente nutzt der regisseur für
die gestaltung einer veritablen thriller-episode (hinweis von robert buchschwenter).
3. in doris lessings neuem roman DIE GESCHICHTE VON GENERAL DANN UND MARAS
TOCHTER, VON GRIOT UND DEM SCHNEEHUND wird ein finsteres bild von dieser
(kommenden?) zeit entworfen: natur wie kultur sind in einem stadium des
zerfalls, das keine verbesserung oder entwicklung mehr zuzulassen erscheint.
da gibt es u.a die stadt YERRUP mit seiner blühenden kultur, das in wasser
und dann in eis unterging. die von dort gen süden flüchtenden menschen
meinen mit ihrem wissen das primitive IFRIK zivilisieren zu können. dass
aber dort kultur und wissen älter und tiefer waren, geht GRIOT und DANN auf,
als sie im innern des alten palastes sandbibliotheken entdecken: symbol uralten kulturellen wissens.

vielleicht erklären diese winzigen lektüresplitter, warum es faszinierend
sein könnte nach dem kontinent afrika die bibliothek als vektor fürs radio
festzulegen. in unserer schule gibt es (und damit bin ich bei der
grundüberlegung) zwei einrichtungen, die kaum benutzt werden, ungeheuer viel
geld verschlungen haben und verschlingen und zur entschleunigung der zeit
beitragen, kurzum aus der gegenwart und dem zeitgeist herausfallen:
bibliothek und radio. ein buch zu lesen, braucht zeit. eine radiosendung
vorzubereiten, braucht zeit. es gibt zwischen beidem ähnlichkeiten. und weil
es auf sehr verquere weise ähnlichkeiten bei diesen zwei vereinsamten
schulorten gibt, macht es vielleicht sinn, sie ein jahr lang
zusammenzuführen. und obwohl zeitungeistig und vereinsamt, könnten sie zur
bildung beitragen. deshalb habe ich mich als programmchef entschlossen, den
vektor bibliothek vorzuschlagen. auf den ersten blick scheint das nicht sehr
einfach. wir sollten aber den zweiten und dritten blick versuchen. im
folgenden schreibe ich ein paar gedanken auf, die man weiterdenken, neu
formulieren oder ergänzen oder vernetzen kann und soll:
1. lesen/vorlesen/zuhören gehören zusammen
2. bibliothek und radio haben archivcharakter (einrichtung einer phonothek)
3. über bibliotheken lässt sich berichten
4. aus bibliotheken kann man erzählen
5. aktivitäten in einer bibliothek lassen sich im radio hörbar machen
6. bibliotheken lassen sich durch reisen erkunden und können im radio
vorgestellt werden
7. die ordnung der bibliothek findet sich vielleicht wieder in der ordnung
eines sendeschemas
8. der effekt des mediums buch lässt sich vielleicht übertragen in die
faszination des mediums radio
9. im vordergrund steht bei beiden einrichtungen die sprache bzw sprachen
10. man könnte das spiel buchnachbar / filmnachbar spielen (spielregeln
erfolgen mündlich)
11. jedes archiv hat etwas subversives: man kann sich auf entdeckungsreise
des unbekannten machen und andere an diesem abenteuer teilhaben lassen
ich wünsche den mitarbeiterInnen in diesem schuljahr eine spannende reise

hanusch peter

 
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